Im Norden Nicaraguas
Nach einem Zwischenhalt für eine Nacht in Masaya ging es am nächsten Morgen ins Hochland von Nicaragua. Wir nahmen den einzigen Bus früh um 6 Uhr vom Busterminal. Wie in fast allen zentralamerikanischen Ländern handelt es sich hierbei um mehr oder weniger organisierte Sammelstellen für Busse. Meist fahren die Busse in der Nähe oder wie hier in Masaya direkt beim Markt ab. Wir waren recht erstaunt darüber wieviele Leute schon früh um 5 Uhr auf den Beinen sind und ihre Obststände aufbauten. Auch die ankommenden Busse waren rappelvoll mit Händlern aus den umliegenden Dörfern und auf dem Busdach türmten sich die großen gepflochtenen Körbe, die zu den Verkäufern gehören. Wir fielen als einzige Gringos nicht wirklich auf, soviel Trubel gab es. Von Masaya nach Matagalpa fuhren wir dann drei Stunden. Für die Verhältnisse hier ist das eine halbe Weltreise. Wir kamen pünktlich an Valentinstag an, was auch der Jahrestag der Stadt ist und so gab es abends ein Feuerwerk und etwas Bühnenshow sowie die dazugehörigen Essbuden. An und für sich ein nettes Städtchen, etwa so groß wie Cottbus. Wir schauten uns zunächst in der Stadt etwas um und entdeckten das Kaffeemuseum. Hier im Norden Nicarguas wird Kaffee angebaut, verarbeitet und in alle Welt transportiert. Außerdem gingen wir mal wieder auf Wanderschaft und bestiegen den Hausberg der Stadt, von dem wir eine super Sicht auf das Umland hatten. Obwohl wir nun im Hochland waren, war es doch noch ganz schön heiß, sodass wir uns einen Sonnenbrand holten. Auf der Insel Ometepe haben sie noch gesagt, dass es kalt werden würde, aber selbst nachts war es noch sehr angenehm. Der nächste Ort hieß Jinotega und ist so etwas wie der kleine verregnete Bruder von Matagalpa, der noch seltener von Touristen besucht wird als Matagalpa selbst schon.
Umso erstaunter waren wir, als wir auch hier den Hausberg besteigen wollten: ein junges einheimisches Paar kam uns auf halber Strecke entgegen und warnte vor Räubern. Ihnen selbst wurde all ihr Geld und ihre Smartphones abgenommen. Zum Glück waren sie sonst unversehrt und sie sahen auch nicht übermäßig geschockt oder dergleichen aus. Wir haben uns noch über die beiden bewaffneten Polizisten gewundert, die wir am Anfang der Strecke gesehen haben, da waren wir auf Anhieb schlauer. Krass, der Ort hat ansonsten einen total entspannten, wenn nicht sogar schon verschlafenen Flair. Am nächsten Tag bekam ich Fieber und lag dann erstmal zwei Tage flach. Als es wieder besser ging, fuhren wir weiter nach Esteli, einer weiteren Stadt im Hochland. Dort liefen wir erstmal anderthalb Stunden durch die Einöde um einen Wasserfall zu suchen, den wir leider nicht fanden. Wir waren zwar an einen Fluss gelangt, doch plätscherte es aus grademal einem Meter von einem Becken ins nächste. Wir machten das beste draus und nahmen ein kleines Picknick. Esteli selbst wartet mit einer netten Plaza und einer richtig tollen Kirche auf. Und mit dem besten Fruchtangebot, das wir seit langem hatten. Es gab an jeder Ecke Unmengen jeder nur denkbaren Art von Obst und Gemüse. An manchen Tage kochten wir nicht einmal und ernährten uns nur von Früchten. Lustigerweise trafen wir auch den Italiener wieder, der schon in Jinotega das Nachbarzimmer bewohnt hatte und zwar im gleichem Hotel in Esteli - wieder als Nachbar, exakt wieder für den gleichen Zeitraum.
Dann war auch erstmal genug mit Wandern und wir fuhren zurück nach Masaya. Als wir Zwischenhalt dort machten, entschieden wir uns dafür der Stadt eine Chance zu geben. Der Park am See war recht schön und man konnte Masaya als Basis für ein paar Ausflüge ins Umland ganz gut nutzen. Von dort fuhren wir dann auch an einem Tag zunächst ins kleine Städtchen Masatepe und danach zum Aussichtspunkt Catarina. Von Masatepe sollte man guten Ausblick auf drei Vulkane gleichzeitig haben, doch unsere Erwartungen waren wohl zu hoch. Dafür war die Aussicht in Catarina wirklich sehr schön. Vor uns lag direkt der Vulkansee Laguna de Apoyo und weiter hinten sahen wir sogar Granada und den Lago de Nicaragua. Auch den Vulkan Mombacho, der ja vor Granada thront, erkannten wir deutlich. Von Masaya gings dann für zwei Tage nach La Boquita an den Pazifik. Es ist ein wirklich sehr kleines Fischerdorf mit vielleicht fünf Hotels, wenn überhaupt. Da es keine Einkaufsmöglichkeiten gab, waren wir auch auf die Strandbars angewiesen und machten am Ankunftstag den Klassiker unter allen Fehlern beim Reisen: wir vergaßen vor einer Dienstleistung nach dem Preis zu fragen und so aßen wir zwei Salate für insgesamt $30. Wenigstens hats geschmeckt und die Portion war üppig, aber trotzdem wars noch doppelt so teuer wie in Deutschland :-)
Wir fanden später zum Glück noch eine günstigere Alternative (was nicht schwer war) und machten am Strand einen Verdauungsspaziergang. Auch wenn der Ort nichts hergibt, der Strand ist paradisisch. Man kann kilometerweit in die eine oder andere Richtung spazieren, es gibt kein Ende sondern nur Sand und Palmen. Es fuhren auch viele Quads den Strand entlang, eben weil es so weitläufig dort ist. Am Sonntag war dann gefühlt ganz Nicaragua zu Gast. Die Strandbars waren voller Tagesausflügler. Wir machten daraufhin einen Ausflug ins Naturreservat nach La Maquina. Da sahen wir dann wirklich einen Wasserfall und fanden eine tolle Stelle zum Relaxen. Als wir am späten Nachmittag wieder in La Boquita waren, füllten noch immer die Busse den kleinen Hauptplatz im Ort. Wir gingen in unser Stammrestaurant und unser Wirt Giovianni war ganz schön am Flitzen, so viel war noch los. Am weitläufigen Strand verloren sich die Massen und es fiel gar nicht so auf, aber ein genauer Blick auf die Aberdutzenden von Bierflaschen und Tellern in den Bars ließ anderes vermuten. Man muss aber auch dazu sagen, dass in Nicaragua grade Sommerferien und deshalb besonders viele Einheimische unterwegs sind. Von La Boquita ging es bereits zum dritten mal nach San Juan del Sur. Dort planten wir den Rest unserer Reise durch, díe nach einem halben Jahr in Costa Rica enden wird. Costa Rica soll angeblich ordentlich ziehen im Geldbeutel. Wir trafen schon einen Australier, der meinte es ist dort teuerer als bei ihm zu Hause und soweit ich weiß ist Australien kein Lowbudget-Reiseziel. Deshalb werden wir uns genau überlegen, was wir uns anschauen und das Tempo nochmal richtig anziehen. Wir hören uns aus Costa Rica wieder.
Umso erstaunter waren wir, als wir auch hier den Hausberg besteigen wollten: ein junges einheimisches Paar kam uns auf halber Strecke entgegen und warnte vor Räubern. Ihnen selbst wurde all ihr Geld und ihre Smartphones abgenommen. Zum Glück waren sie sonst unversehrt und sie sahen auch nicht übermäßig geschockt oder dergleichen aus. Wir haben uns noch über die beiden bewaffneten Polizisten gewundert, die wir am Anfang der Strecke gesehen haben, da waren wir auf Anhieb schlauer. Krass, der Ort hat ansonsten einen total entspannten, wenn nicht sogar schon verschlafenen Flair. Am nächsten Tag bekam ich Fieber und lag dann erstmal zwei Tage flach. Als es wieder besser ging, fuhren wir weiter nach Esteli, einer weiteren Stadt im Hochland. Dort liefen wir erstmal anderthalb Stunden durch die Einöde um einen Wasserfall zu suchen, den wir leider nicht fanden. Wir waren zwar an einen Fluss gelangt, doch plätscherte es aus grademal einem Meter von einem Becken ins nächste. Wir machten das beste draus und nahmen ein kleines Picknick. Esteli selbst wartet mit einer netten Plaza und einer richtig tollen Kirche auf. Und mit dem besten Fruchtangebot, das wir seit langem hatten. Es gab an jeder Ecke Unmengen jeder nur denkbaren Art von Obst und Gemüse. An manchen Tage kochten wir nicht einmal und ernährten uns nur von Früchten. Lustigerweise trafen wir auch den Italiener wieder, der schon in Jinotega das Nachbarzimmer bewohnt hatte und zwar im gleichem Hotel in Esteli - wieder als Nachbar, exakt wieder für den gleichen Zeitraum.
Dann war auch erstmal genug mit Wandern und wir fuhren zurück nach Masaya. Als wir Zwischenhalt dort machten, entschieden wir uns dafür der Stadt eine Chance zu geben. Der Park am See war recht schön und man konnte Masaya als Basis für ein paar Ausflüge ins Umland ganz gut nutzen. Von dort fuhren wir dann auch an einem Tag zunächst ins kleine Städtchen Masatepe und danach zum Aussichtspunkt Catarina. Von Masatepe sollte man guten Ausblick auf drei Vulkane gleichzeitig haben, doch unsere Erwartungen waren wohl zu hoch. Dafür war die Aussicht in Catarina wirklich sehr schön. Vor uns lag direkt der Vulkansee Laguna de Apoyo und weiter hinten sahen wir sogar Granada und den Lago de Nicaragua. Auch den Vulkan Mombacho, der ja vor Granada thront, erkannten wir deutlich. Von Masaya gings dann für zwei Tage nach La Boquita an den Pazifik. Es ist ein wirklich sehr kleines Fischerdorf mit vielleicht fünf Hotels, wenn überhaupt. Da es keine Einkaufsmöglichkeiten gab, waren wir auch auf die Strandbars angewiesen und machten am Ankunftstag den Klassiker unter allen Fehlern beim Reisen: wir vergaßen vor einer Dienstleistung nach dem Preis zu fragen und so aßen wir zwei Salate für insgesamt $30. Wenigstens hats geschmeckt und die Portion war üppig, aber trotzdem wars noch doppelt so teuer wie in Deutschland :-)
Wir fanden später zum Glück noch eine günstigere Alternative (was nicht schwer war) und machten am Strand einen Verdauungsspaziergang. Auch wenn der Ort nichts hergibt, der Strand ist paradisisch. Man kann kilometerweit in die eine oder andere Richtung spazieren, es gibt kein Ende sondern nur Sand und Palmen. Es fuhren auch viele Quads den Strand entlang, eben weil es so weitläufig dort ist. Am Sonntag war dann gefühlt ganz Nicaragua zu Gast. Die Strandbars waren voller Tagesausflügler. Wir machten daraufhin einen Ausflug ins Naturreservat nach La Maquina. Da sahen wir dann wirklich einen Wasserfall und fanden eine tolle Stelle zum Relaxen. Als wir am späten Nachmittag wieder in La Boquita waren, füllten noch immer die Busse den kleinen Hauptplatz im Ort. Wir gingen in unser Stammrestaurant und unser Wirt Giovianni war ganz schön am Flitzen, so viel war noch los. Am weitläufigen Strand verloren sich die Massen und es fiel gar nicht so auf, aber ein genauer Blick auf die Aberdutzenden von Bierflaschen und Tellern in den Bars ließ anderes vermuten. Man muss aber auch dazu sagen, dass in Nicaragua grade Sommerferien und deshalb besonders viele Einheimische unterwegs sind. Von La Boquita ging es bereits zum dritten mal nach San Juan del Sur. Dort planten wir den Rest unserer Reise durch, díe nach einem halben Jahr in Costa Rica enden wird. Costa Rica soll angeblich ordentlich ziehen im Geldbeutel. Wir trafen schon einen Australier, der meinte es ist dort teuerer als bei ihm zu Hause und soweit ich weiß ist Australien kein Lowbudget-Reiseziel. Deshalb werden wir uns genau überlegen, was wir uns anschauen und das Tempo nochmal richtig anziehen. Wir hören uns aus Costa Rica wieder.
Aussicht über Matagalpa
Stadtfest am Jahrestag
im Kaffeemuseum
außerhalb des Zentrums
Jinotega
Esteli
ja, das unten sind Papayas
an diesem Tag fanden wir keinen Wasserfall
aber wir machten es uns trotzdem gemütlich
Kartoffelernte
Achtung Kühe!
keine ruhige Minute auf dem Busbahnhof/Markt in Masaya
Musiker spielen auf der Marimba
Laguna de Apoyo
unser $30 Salat
im Reservat La Maquina
Sonnenuntergang am Pazifik
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