San Juan del Sur & Isla Ometepe

Unser Plan war es für ein oder zwei Tage nach Liberia in Costa Rica zu fahren, um dann wieder zurück nach Nicaragua zu reisen und erneut 90 Tage Visa zu ergattern. In der Warteschlange an der Grenze hatten wir dann einen Geistesblitz und dachten uns: Warum überhaupt nach Liberia fahren? So fragten wir am Ausreiseschalter in Nicaragua direkt nach, ob es möglich sei am selben Tag, um genau zu sein 5 Minuten nachdem wir ausgereist wären, wieder einzureisen. Der Grenzbeamte überlegte kurz und meinte, dass das wohl okay sei. Als wir die 300 Meter lange Straße hinüber zum Grenzgebäude von Costa Rica liefen, sahen wir sogar ein paar Touristen, die das gleiche taten und nicht mal ihr Gepäck mit dabei hatten. Das hatten sie gleich im Hotel in Nicaragua gelassen, sie würden ja ohnehin am selben Tag zurückkehren. Einen Haken gab es jedoch noch: zur Einreise nach Costa Rica benötigt man einen Weiterreisenachweis und den hatten wir nicht. Wir wollten unser Glück etwas heruasfordern, doch an beiden Schaltern wurde er uns abverlangt. Auf der anderen Seite der Straße gab es für diesen Fall natürlich jede Menge Busunternehmen, bei denen man sich ein völlig überteuertes Ticket kaufen konnte. $25 pro Nase war uns jedoch sehr heftig und wir müssen schon ziemlich verzweifelt ausgesehen haben, als uns auf einmal ein junger Mann ansprach und helfen wollte. Wir schilderten die Situation und er meinte, wir sollen ihm folgen. Daraufhin ging er mit uns auf die andere Seite des Grenzgebäudes zum Ausreiseschalter in Costa Rica. Etwas verdutzt gaben wir unsere Pässe ab und der Beamte schickte uns weiter zu einer unscheinbaren kleinen Bude auf der anderen Straßenseite. Es hätte wirklich ein Zeitungskiosk sein können. Doch dort konnte man sich für $8 pro Person die Ausreisesteuer aus Costa Rica kaufen. Mit der Quittung und unserem Reisepass gingen wir zurück zum Ausreiseschalter. Mir war erst etwas unwohl dabei. Wir waren doch gar nicht in Costa Rica eingereist, wie konnten wir dann ausreisen? Glücklicherweise sahen wir drei andere Deutsche, die tatsächlich ein paar Wochen in Costa Rica waren und auch die Quittung dabei hatten. Also doch keine Touristenfalle an der Grenze, sondern ein offizielles Dokument. Wie dem auch sei. Wir reisten aus Costa Rica aus, in das wir nie zuvor einreisten und am Schalter in Nicaragua gabs zur Einreise 90 neue Tage. Zusammen mit den anderen Deutschen fuhren wir dann erstmal an den Pazifik nach San Juan del Sur. Es ist wirklich nur ein kleines Fischerdörfchen mit einer kleinen malerischen Bucht, in der viele kleine Boote und Yachten anlegen. Das Wasser war sehr seicht und so genossen wir unsere ersten neuen Tage am Strand. Es gibt verhältnismäßig viele Touristen, da San Juan das Tor zu den anderen zahlreichen Stränden in der Region ist.
Einen kleinen Ausflug unternahmen wir auch. Auf der rechten Seite des Strandes gibt es einen kleinen Berg, den wir bestiegen und von wo aus wir einen richtig tollen Ausblick auf San Juan, die Bucht und den Pazifik hatten. Außerdem steht dort oben eine ziemlich große Jesusstatur. Angeblich die zweitgrößte der Welt, aber ich habe skeptisch nachgeforscht, dem ist nicht so. Allerdings war es ziemlich windig dort oben, wobei das noch stark untertrieben ist.
Da man außer Strand und Essen nicht viel machen kann zogen wir weiter, doch wir blieben am Wasser.

Im Lago de Nicaragua, der mehr als dreimal so groß ist wie das Saarland, befinden sich zwei Inseln im Westen und ein Archipel im Süden. Wir besuchten die größte Insel Ometepe. Sie sieht von oben aus wie zwei Rühreier, die sich miteinander verbunden haben. Es gibt zwei Vulkane, auf der linken Seite den größeren Conception und auf der rechten Seite den Maderas. Da die Infrastruktur auf der linken Ínselhälfte noch am besten ist, blieben wir dort und besuchten zunächst die "Hauptstadt" Moyogalpa. Wir merkten gleich, dass die Uhren hier deutlich langsamer ticken als auf dem Festland. Jeder grüßte hier jeden und hatte ein Strahlen im Gesicht. Unser Gasthaus stellte sich als tolle und ruhige Unterkunft heraus, doch Essen gingen wir immer in ein anderes Hostel, das von einem Kanadier geführt wird, der nun bereits 16 Jahre auf Ometepe lebt. Dort gab es Tacos und Burritos und zwar die leckersten, die wir bislang auf der Reise gegessen haben. In der Nähe von Moyogalpa gibt es einen kleinen Park, der sich durch eine weit in den See führende Sandbank auszeichnet. Dort verbrachten wir einen Tag und hatten einen tollen Ausblick auf die ganze Insel. Da es sogar ein paar wenige Busse gibt, fuhren wir weiter nach Norden in den Ort Altagracia. Wir lasen von einer sehr abgelegenen Unterkunft, die auf einer Bananenplantage liegt. Auch hier waren die Einheimischen sehr freundlich und neugierig und so fragten wir uns auf dem staubigen Pfad zu unserer neuen Bleibe durch. Nach zwei Kilometern waren wir da und wir bekamen ein einfaches aber sauberes Zimmer. Ein alter Hippie und eine junge Amerikanerin waren auch da. Der Hippie stellte sich uns als Tim aus Iowa vor und übernahm die Einweisung indem er uns alles zeigte. Es war wirklich sehr schön dort, sodass wir insgesamt sechs Nächte im Hinterland blieben. Nur ein paar hundert Meter weiter von hier ging es zum Ufer im Norden der Insel. Von dort kann man das andere Ende des Sees nicht mehr erkennen, so groß ist er. Jeden Abend wehte ein Wind von der Nordseite, der auch die Plantage erreichte. Die zahlreichen Bananenbäume raschelten gemütlich die ganze Nacht, es herrschte eine totale "am Ende der Welt Atmosphäre". Nichtsdestotrotz unernahmen wir auch etwas und wir gewöhnten uns schnell an den zwei Kilometer langen Weg nach Altagracia, der an weiteren Plantagen vorbeiführt. Hier hatten wir auch einen richtigen Einblick, wie die Menschen hier leben. Seeeehr einfach, aber dennoch zufrieden. In Altagracia gingen wir gelegentlich Essen, doch eigentlich kamen wir nur hierher, weil der Bus von dort abfuhr. Jenny hatte Geburtstag und wir fuhren auf Tims Empfehlung hin zum Ojo de Agua, einem natürlichen Schwimmbecken. Dort verbrachten wir auch den ganzen Tag und genossen die Zeit im Grünen und schwommen ein paar Bahnen. An einem anderen Tag fuhren wir dann zum Playa Santo Domingo, dem wohl schönsten Strand auf der Insel. Wir waren zu unserem Erstaunen die einzigen Gäste, doch ohnehin ist hier nicht so viel los und die meisten Touristen bleiben wohl gleich in Moyogalpa und erkunden von dort aus die Insel mit Roller. Die Wellen waren ganz schön heftig für einen See, aber so macht es uns ja am meisten Spaß. Eigentlich sollte der Bus um 16.30 Uhr wieder zurückfahren. Schlussendlich kam er 18.30 Uhr aber so ist das zeitlose Leben auf der Insel nun mal. Ich beobachtete eine Gruppe von Frauen, die zusammen auch einen Ausflug gemacht haben und mit uns warteten. Die unterhielten sich die ganze Zeit und hatten auch alle die Ruhe weg. Niemand schien es eilig zu haben. Später lernten wir auf der Plantage noch ein Pärchen aus Kanada/Peru und eins aus Berlin kennen. Die eine Berlinerin hat sogar letztes Jahr in Cottbus gelebt, aber sie zog es nach der Reise wieder zurück in die große Stadt. Am Abend kam noch Ephraim, der Gastgeber, hinzu und erzählte uns etwas über sein Land und die Geschichte. Nach anderthalb Wochen verließen wir die Insel wieder und fuhren zurück nach Moyogalpa von wo aus wir die Fähre zum Festland nahmen. Für zwei Nächte gings dann nochmal nach San Juan an den Pazifik und dann brachen wir auf gen Norden.



 am Strand in San Juan del Sur

 vom Aussichtspunkt


 irgendwo auf der anderen Seite ist mein Bruder

 Amen.

 ein Hauch von Marylin Monroe

 ein Schattenplatz in der Mittagshitze, das Strandleben ist so haaart

 in San Juan gibts viele Papageien

 Was für ein Werbeslogan!

 Isla Ometepe mit Vulkan

 links der Conception, rechts hinten der Maderas

 unsere Fährbindung zum Festland

 unsere Unterkunft in der Bananenplantage


 Schade, dass im Moment keine Bananenstauden zu sehen sind


 im Naturbecken Ojo de Agua


 ursprüngliches Leben auf der Insel

 die Menschen waschen sich und ihre Kleidung im See

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