Quetzaltenango... wer, wo oder was ist das denn?
Wir überlegten hin und her, wie wir die Überfahrt nach Guatemala bewältigen würden. Es gab vier potentielle Wege, zwei im Norden und zwei im Süden. Die beiden nördlichen sind ziemlich abenteuerlich. Der eine führt über eine Schotterpiste und der andere teilweise per Boot über den Grenzfluss. Laut Erfahrungsberichten würden diese von Palenque aus starten und hatten ziemlich schlechte Rezensionen, bei allem was wir darüber finden konnten. Die anderen beiden Optionen sollten etwas besser sein und ein Weg würde wohl von San Cristobal aus möglich sein, wo wir ja sowieso hinwollten. Wir rechneten durch was der Trip auf eigene Faust kosten würde und kamen zu dem Entschluss, dass wir nicht wirklich viel draufzahlen, wenn wir uns für einen organisierten Transport entscheiden würden. Davon gab es, wie auch schon in Palenque, unendlich viele Angebote durch diverse Touragenturen. Wir steuerten als erstes Quetzaltenango an. Da das selbst dem Guatemalteken zu kompliziert ist, wird die Stadt auch einfach nur Xela genannt. Der Transport sollte "arround seven hours" dauern, wir wurden um kurz nach 7 Uhr in der Früh vor unserem Hostel aufgesammelt. Als wir um 8.15 Uhr immer noch in San Cristobal waren (der letzte, der eingesammelt wurde, hatte verpennt und entschied sich nach langer Warterei unsererseits letztendlich doch dafür seinen Rausch auszuschlafen), war uns klar, dass das keine siebenstündige Fahrt werden würde. Auch kurz vor der Grenze mussten wir dann alle nochmal umsteigen und etwas extrazahlen für den Sammelbus, der uns alle die letzten zwei Kilometer bis zur Grenze fuhr. Glücklicherweise war das Überqueren an sich kein hartes Prozedere. Ausreisestempel, Einreisestempel, keine Formulare, keine Kärtchen, nicht einmal ein kleines Bestechungsgeld zur Begrüßung. Allerdings warteten wir in unseren ersten zwei Stunden auf guatemaltekischen Boden auf den Bus für die Weiterfahrt nach Xela. Eine gute Gelegenheit ein paar andere aus dem Bus kennenzulernen. Wir waren so um die 16 Leute, darunter Holländer, Japaner, Franzosen, Amerikaner, ein Engländer und ein Deutscher mit seiner Freundin aus Taiwan. Irgendwann kam der Bus und es wurde klar, dass das eine enge Angelegenheit werden würde. Nicht nur für die Passagiere, sondern auch für das Gepäck, das auf dem Dach verstaut wurde. Der Busfahrer brauchte eine gute dreiviertel Stunde, um alles festzuschnüren. Doch es half nichts. Während der Fahrt hielten wir noch einige Male, weil sich die Plane immer wieder löste und auch schon ein Rucksack herunterhing. Was für ein Ritt. Irgendwann abends, nach dreizehn Stunden Buckelei, hielten wir an einer Tanke. Nun wurde umselektiert, wer nach Xela fuhr und wer noch weiter zum Lago de Atitlan (offiziel 2h Fahrtzeit) wollte. Und wer sich gar bis nach Antigua (6h) traute, dürfte in dieser Nacht immerhin an einer Nacht im Hostel gespart haben. Zu unserer Überraschung kam nach einer Vietelstunde wirklich ein Shuttle, der uns die letzten Kilometer ins Zentrum fuhr. Wir schlossen uns einem Amerikaner und einer Franzosin an, die ein Bett im Schlafsaal gebucht hatten und bekamen sogar noch das letzte freie Doppelzimmer der ganzen Unterkunft. Dort quartierten wir uns dann auch erstmal für die nächsten vier Nächte ein.
Xela ist mit 140.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Lande und das Wirtschaftszentrum von Guatemala, doch an sich geht es hier recht dörflich zu. Neun von Zehn Einwohner grüßen einem mit aufgeschlossener Haltung, wenn man an ihnen vorbeiläuft. Es gibt nicht viele Touristen hier. Die, die hier herkommen, sind meist wie wir auf dem Sprung nach Mexiko beziehungsweise kommen grad frisch an. Ein anderes Klientel an Reisenden nistet sich hier aber auch für die ein oder andere Woche ein, um Spanisch zu lernen. Schulen gibts hier wie Sand am Meer. Die Stadt an sich hat bis auf ein paar nette Gebäude und Parks nicht sehr viel zu bieten, was nicht heißt, dass sie hässlich ist. Umgeben ist sie von drei Vulkanen (einer ist aktiv). Der letzte Ausbruch von 1902 oder 1906 zerstörte die Stadt völlig, doch sie wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Strategisch gesehen ist das natürlich sehr fragwürdig, aber naja. Die Vulkane sind aber nicht nur Fluch sondern auch Segen, denn das Panorama ist natürlich beeindruckend, wenn man auf einer Bank in éinem Park sitzt und auf einen der Vulkane schaut. Einen etwas kleineren davon nahe dem Ort San Martin sahen wir uns dann persönlich an. Ich wollte gleich auf einen der drei großen, den Santa Maria (viertgrößter in ganz Guatemala). Doch Jenny meinte, wir sollten erstmal den kleineren probieren. Welch ein Glück, dass Jenny meinen Enthusiasmus immer an den richtigen Stellen etwas ausbremst. Denn der hatte es schon ganz schön in sich! Der Vulkan, den wir bestiegen, war übrigens schon so lange inaktiv, dass sich oben im Krater ein kleiner See gebildet hat, die Laguna Chikabal. Am Abend und auch am Folgetag waren wir noch völlig durch. Den letzten Tag in Xela schlenderten wir etwas durch die Gassen und aßen frisches Obst auf den Parkbänken. Das wird hier nahezu umsonst und zurechtgeschnitten in kleinen Tüten angeboten. Am Abreisetagnahmen nahmen wir noch unser Stammfrühstück: Rührei mit Tomaten und Zwiebeln, Bohnenmus, Tortillas, Käse oder Creme und frittierte Bananen. Dazu noch ein frischer Saft und abwechslungsreicher kann der Tag kaum beginnen. Wir machten uns auf zum Busbahnhof und suchten eine Mitfahrgelegenheit zum Lage de Atitlan. Die Möglichkeiten sich in Guatemala fortzubewegen polarisieren übrigens stark. Da gibts zum einen die Touristenshuttle. Das sind recht komfortable Minivans, die einen ohne Pause direkt ans Ziel bringen und dementsprechend kosten. Die lokale Alternative sind die sogenannten Chickenbusses. Ein Chickenbus ist ein ausrangierter amerikanischer Schulbus, der hier in Zentralamerika ein neues Leben beginnt. Manche sehen noch original gelb aus wie man ihn bei den Simpsons und anderen 90er Jahre Serien findet. Die meisten jedoch sind auffällig und knallbunt neu designt worden, haben auf der Frontscheibe meist irgendeinen Spruch mit Jesus, fahren erst los, wenn auf jeder Bank mindestens vier Leute sitzen... und ehe man sich versieht steht man in einer schwarzen Rußwolke, wenn sie an einem vorbeirauschen. Sie verdanken ihren Namen im übrigen den Einwohnern Guatemalas, die diese Busse am meisten nutzen und Sack und Pack damit transportieren. Und da viele Menschen von der Landwirtschaft und als Bauern leben, transportierten sie früher auch mitunter Hühnerboxen. Der Fahrstil einiger Fahrer ist ziemlich riskant, was dem gebirgigen Guatemala nicht grad entgegenkommt. Es heißt, das Lager der Fahrer unterteilt sich in Fans von Real Madrid und dem FC Barcelona. Wenn der eine nun den anderen überholt, kann man sich ausmalen, wie ein Fahrer mit zu starkem Ego zurückkontert.. Chickenbusses gehen hier regelmäßig über die Planke, doch es fahren auch täglich tausende von ihnen durchs ganze Land ohne dass etwas schlimmeres passiert. Letztendlich kann auch ein Minivan-Fahrer total durchgedreht sein und so wagten wir einen ersten Versuch...
Xela ist mit 140.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Lande und das Wirtschaftszentrum von Guatemala, doch an sich geht es hier recht dörflich zu. Neun von Zehn Einwohner grüßen einem mit aufgeschlossener Haltung, wenn man an ihnen vorbeiläuft. Es gibt nicht viele Touristen hier. Die, die hier herkommen, sind meist wie wir auf dem Sprung nach Mexiko beziehungsweise kommen grad frisch an. Ein anderes Klientel an Reisenden nistet sich hier aber auch für die ein oder andere Woche ein, um Spanisch zu lernen. Schulen gibts hier wie Sand am Meer. Die Stadt an sich hat bis auf ein paar nette Gebäude und Parks nicht sehr viel zu bieten, was nicht heißt, dass sie hässlich ist. Umgeben ist sie von drei Vulkanen (einer ist aktiv). Der letzte Ausbruch von 1902 oder 1906 zerstörte die Stadt völlig, doch sie wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Strategisch gesehen ist das natürlich sehr fragwürdig, aber naja. Die Vulkane sind aber nicht nur Fluch sondern auch Segen, denn das Panorama ist natürlich beeindruckend, wenn man auf einer Bank in éinem Park sitzt und auf einen der Vulkane schaut. Einen etwas kleineren davon nahe dem Ort San Martin sahen wir uns dann persönlich an. Ich wollte gleich auf einen der drei großen, den Santa Maria (viertgrößter in ganz Guatemala). Doch Jenny meinte, wir sollten erstmal den kleineren probieren. Welch ein Glück, dass Jenny meinen Enthusiasmus immer an den richtigen Stellen etwas ausbremst. Denn der hatte es schon ganz schön in sich! Der Vulkan, den wir bestiegen, war übrigens schon so lange inaktiv, dass sich oben im Krater ein kleiner See gebildet hat, die Laguna Chikabal. Am Abend und auch am Folgetag waren wir noch völlig durch. Den letzten Tag in Xela schlenderten wir etwas durch die Gassen und aßen frisches Obst auf den Parkbänken. Das wird hier nahezu umsonst und zurechtgeschnitten in kleinen Tüten angeboten. Am Abreisetagnahmen nahmen wir noch unser Stammfrühstück: Rührei mit Tomaten und Zwiebeln, Bohnenmus, Tortillas, Käse oder Creme und frittierte Bananen. Dazu noch ein frischer Saft und abwechslungsreicher kann der Tag kaum beginnen. Wir machten uns auf zum Busbahnhof und suchten eine Mitfahrgelegenheit zum Lage de Atitlan. Die Möglichkeiten sich in Guatemala fortzubewegen polarisieren übrigens stark. Da gibts zum einen die Touristenshuttle. Das sind recht komfortable Minivans, die einen ohne Pause direkt ans Ziel bringen und dementsprechend kosten. Die lokale Alternative sind die sogenannten Chickenbusses. Ein Chickenbus ist ein ausrangierter amerikanischer Schulbus, der hier in Zentralamerika ein neues Leben beginnt. Manche sehen noch original gelb aus wie man ihn bei den Simpsons und anderen 90er Jahre Serien findet. Die meisten jedoch sind auffällig und knallbunt neu designt worden, haben auf der Frontscheibe meist irgendeinen Spruch mit Jesus, fahren erst los, wenn auf jeder Bank mindestens vier Leute sitzen... und ehe man sich versieht steht man in einer schwarzen Rußwolke, wenn sie an einem vorbeirauschen. Sie verdanken ihren Namen im übrigen den Einwohnern Guatemalas, die diese Busse am meisten nutzen und Sack und Pack damit transportieren. Und da viele Menschen von der Landwirtschaft und als Bauern leben, transportierten sie früher auch mitunter Hühnerboxen. Der Fahrstil einiger Fahrer ist ziemlich riskant, was dem gebirgigen Guatemala nicht grad entgegenkommt. Es heißt, das Lager der Fahrer unterteilt sich in Fans von Real Madrid und dem FC Barcelona. Wenn der eine nun den anderen überholt, kann man sich ausmalen, wie ein Fahrer mit zu starkem Ego zurückkontert.. Chickenbusses gehen hier regelmäßig über die Planke, doch es fahren auch täglich tausende von ihnen durchs ganze Land ohne dass etwas schlimmeres passiert. Letztendlich kann auch ein Minivan-Fahrer total durchgedreht sein und so wagten wir einen ersten Versuch...
Eindrücke aus Quetzaltenango (Xela)
Auf zur Laguna Chikabal
steiler Aufstieg
Pumpen wie die Maikäfer, doch am Ende schaffen wir´s ja doch.
das ist tatsächlich ein mit Wasser gefüllter Krater
(dass das ein Winzling ist, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht)
viel Dschungel abseits des Kraters
die Chicos haben Spaß
unser Frühstück
fahrend bekommt man sie nicht auf ein Foto
die Chickenbusses, Wahnsinn und Kult zugleich
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