Auf nach Chiapas!
Wir blieben weiterhin dem Süden Mexikos erhalten, doch wechselten wir von der Ostseite und reisten in den mittleren Westen nach Palenque. Dieses Städtchen liegt im Bundesland Chiapas, einer der ärmsten Regionen in ganz Mexiko. Und das sahen und spürten wir sofort. Das Straßenbild prägen hier viele Männer, die meist in Gruppen auf den Bürgersteigen sitzen. Auch im Park, in dessen Nähe wir wohnten, saßen fast nur Männer jeden Alters herum. Das waren alles sicherlich keine Gauner, sondern auch nur ganz normale Menschen wie wir, doch die Perspektivlosigkeit lag unübersehbar in der Luft. Erst hier wurde uns klar, wie amerikanisiert die Yucatanregion eigentlich ist, während die Menschen hier doch noch ganz andere Probleme zu haben scheinen. Dabei hat Palenque, oder besser gesagt das Umland, einiges zu bieten. Die meisten Reisenden kommen hier wahrscheinlich her, um die Ruinen zu sehen. Doch es gibt auch eine Vielzahl von Wasserfällen. Außerdem kann man auch geführte Touren zu einen der indigenen Dörfer machen, die es hier gibt. Wir bekamen gleich nach dem Verlassen des Busbahnhofs einen Flyer einer Touragentur in die Hand gedrückt und schauten uns die Angebote an. Die Preise standen in einem außerordentlich guten Verhältnis zum Angebotenen und grade die Wasserfälle, die zwischen 30 und 65 Kilometer außerhalb mitten im Dschungel liegen, sollen nicht ganz ohne sein. Damit meine ich, dass es hier auch schon zu Überfallen kam bei allem was nur im entferntesten nach Tourist aussieht. Chiapas ist die Heimat der sogenannten Zapatistas, einer indigenen linksrebellischen Gruppierung. Da die Region mehr oder weniger vom Staat fallen gelassen wurde, mussten die Menschen sich etwas einfallen lassen um an Geld zu kommen. Besonders betroffen ist die Straße zwischen Palenque und San Cristobal de las Casas, auf der sich auch die meisten Wasserfälle befanden. Das geht mit Frauen und Kindern los, die Blumenranken oder einfach nur Seile aufspannen und so die ankommenden Autos zum Stoppen bringen. Oder besser gesagt die Touristen mit Leihwagen, Mexikaner brettern einfach durch. Dann werden entweder Waren angeboten, die man kaufen muss oder direkt eine Gebühr für das Weiterfahren verlangt. Das kann sich dann noch einige Male wiederholen, schließlich will jedes Dorf überleben. Die andere Seite des Spektrums, um an Geld zu kommen, sind dann direkte Überfälle mit Machete und Kalaschnikow, bei denen in der Regel aber nichts passiert, wenn man einfach seine Wertsachen abgibt. Ich kann es den Menschen auch nicht verübeln, grade in solch abgelegenen Dörfern ohne Infrastruktur und jeglicher Form von Wirtschaft geht es ums blanke Überleben. An dieser Stelle ein Hoch auf unseren Sozialstaat, der solche Zustände nicht zulässt und sein Volk mit etwas Taschengeld, vielen tollen Fernsehsendern und eines der billigsten Alkoholsortimente weltweit zu sedieren weiß.
Am ersten Tag planten wir also was und vor allem auf welche Art wir uns die Naturwunder anschauen würden. Wir machten erstmal ruhig und genossen es endlich mal wieder kochen zu können, unser Zimmer hatte nämlich eine kleine Kochnische. Wir gingen in den vier Tagen in Palenque kein einziges Mal auswärts essen. Am zweiten Tag hatten wir den leichten Kulturschock etwas verdaut und entschieden uns für die Ruinen. Wir sind eigentlich, was solche Stätten angeht, eher Kulturmuffel, aber diese Ruine hat uns schon ziemlich vom Hocker gehauen. Sie lag mitten im Dickicht des Dschungels, das war eine sehr besondere Atmosphäre. Es waren erstaunlich wenige Besucher dort gewesen, auch zu vorgeschrittener Stunde. Als wir mit den Bauwerken durch waren, führte ein Pfad mitten in den Dschungel. Dort entdeckten wir noch einen Wasserfall und ein paar Kaskaden, das war ein schöner Ort zum Verweilen. Das Gute an dem Pfad war, dass wir nicht wieder zurück mussten und es einen zweiten Ausgang gab. Dort warteten wir auf ein Colectivo, welches uns wenig später aufsammelte. Es war grad erst Mittag und wir hatten noch Lust etwas zu unternehmen. Ich erinnerte mich an die Tourangebote und uns fielen die Roberto Barrios Kaskaden vom Flyer wieder ein. Die beiden bekannteren Wasserfälle Misol-Ha und Agua Azul wollten wir uns erst am nächsten Tag anschauen und wir waren uns ja noch nicht sicher, ob per Tour oder auf eigene Faust. Ich blätterte im Wörterbuch und bastelte mir ein paar Fragen zurecht, die ich dem Colectivofahrer in Palenque stellen würde, da redete mich ein Mexikaner zu meiner Rechten an und fragte mich in perfekt amerikanischen Englisch, ob er mir helfen könne...
Am ersten Tag planten wir also was und vor allem auf welche Art wir uns die Naturwunder anschauen würden. Wir machten erstmal ruhig und genossen es endlich mal wieder kochen zu können, unser Zimmer hatte nämlich eine kleine Kochnische. Wir gingen in den vier Tagen in Palenque kein einziges Mal auswärts essen. Am zweiten Tag hatten wir den leichten Kulturschock etwas verdaut und entschieden uns für die Ruinen. Wir sind eigentlich, was solche Stätten angeht, eher Kulturmuffel, aber diese Ruine hat uns schon ziemlich vom Hocker gehauen. Sie lag mitten im Dickicht des Dschungels, das war eine sehr besondere Atmosphäre. Es waren erstaunlich wenige Besucher dort gewesen, auch zu vorgeschrittener Stunde. Als wir mit den Bauwerken durch waren, führte ein Pfad mitten in den Dschungel. Dort entdeckten wir noch einen Wasserfall und ein paar Kaskaden, das war ein schöner Ort zum Verweilen. Das Gute an dem Pfad war, dass wir nicht wieder zurück mussten und es einen zweiten Ausgang gab. Dort warteten wir auf ein Colectivo, welches uns wenig später aufsammelte. Es war grad erst Mittag und wir hatten noch Lust etwas zu unternehmen. Ich erinnerte mich an die Tourangebote und uns fielen die Roberto Barrios Kaskaden vom Flyer wieder ein. Die beiden bekannteren Wasserfälle Misol-Ha und Agua Azul wollten wir uns erst am nächsten Tag anschauen und wir waren uns ja noch nicht sicher, ob per Tour oder auf eigene Faust. Ich blätterte im Wörterbuch und bastelte mir ein paar Fragen zurecht, die ich dem Colectivofahrer in Palenque stellen würde, da redete mich ein Mexikaner zu meiner Rechten an und fragte mich in perfekt amerikanischen Englisch, ob er mir helfen könne...
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