Leon & Granada
Angekommen um 1.15 Uhr nachts wurden wir gleich von unserem Hostelier in Empfang genommen und in unser Zimmer gebracht. Zum Glück machte der Shuttlebus direkt vor den Hostels der Insassen halt und so konnten wir gleich schlafen gehen. Auch der erste Tag in Nicaragua begann entspannend, so war sogar das Frühstück in den $20 für unser Zimmer mit inbegriffen. In Leon kann man eigentlich einiges unternehmen. Das Highlight ist hier sicherlich das Vulkansurfen, bei dem man mit einem Brett bzw. Schlitten auf Vulkanasche den Hang hinuntersaust. Wir hatten allerdings erstmal genug von Vulkanen und schauten uns die recht ansehnliche Stadt Leon etwas genauer an. Es gibt hier gefühlt an jeder Ecke eine Kirche. Ich glaube insgesamt hat die Stadt 16 Stück davon. Auf dem Markt gab es richtig günstiges Essen sowie Kokosnüsse und andere leckere Früchte. An einem Tag schlenderten wir mehr oder weniger durch die ganze Stadt und etwas außerhalb fanden wir sogar einen großen Beutel voller Zuckerrohr, für umgerechnet 70 Cent. Den Zuckerrohr haben wir damals in Vietnam lieben gelernt, da gabs ihn in Form von frischgepressten Saft an jeder Ecke. Und nun hatten wir den altvertrauten Geschmack wieder an unseren Gaumen. Wir überlegten, was wir mit unseren letzten anderthalb Wochen Visa in Nicaragua noch anfangen würden und entschlossen uns für die "weniger ist mehr Variante". Dazu wollten wir vor unserem Grenzübertritt nach Costa Rica nur noch in Granada einen längeren Stop einlegen. An unserem letzten Tag in Leon ging es Jenny nicht so gut und ich entschloss mich dazu Informationen für die Weiterfahrt zu beschaffen, während Jenny sich etwas ausruhte. Zum Glück bin ich alleine, dachte ich, als ich auf dem Weg zum etwas außerhalb gelegenen Busbahnhof war. "Gringo, one dollar, one dollar" wurde mir von jung und alt nachgerufen und die Gegend wurde zunehmends schäbiger. Auf dem Busplatz angekommen verwickelten mich auch gleich zwei zwielichte Gestalten in ein Gespräch und am liebsten sollte ich gleich bei ihnen die Weiterfahrt klarmachen und bezahlen. Mir wurde das dann ziemlich unangenehm und ich verabschiedete mich erstmal wieder. In der Stadt gabs Shuttles für $12 pro Nase, aber das war mir für eine drei Stunden Strecke doch zu happig. Im Internet recherchierte ich dann noch ein wenig und der Trick war erstmal nach Managua in die Hauptstadt zu fahren und dort dann umzusteigen.
So machten wir es dann auch, doch dieses mal nahmen wir ein Taxi zum Busbahnhof. Der Taxifahrer war nach vier Tagen Nicaragua der erste wirklich nette Mensch gewesen, den wir hier trafen. Irgendwie haben die Menschen in El Salvador die Messlatte ziemlich hochgelegt was die Freundlichkeit angeht. Hier hatten wir eher das Gefühl nur der Goldesel zu sein. Immerhin klappte alles weitere mit der Busfahrt und nach etwa vier Stunden fanden wir uns in unserer neuen Bleibe in Granada wieder. Als wir unsere Sachen auspackten, fingen wir allerdings an an uns zu zweifeln. Jenny wollte grad duschen gehen, da merkte sie, dass die Hygienetasche weg war. Wenn ich den Rucksack bei der Abfahrt packe, achten wir eigentlich immer darauf, dass wir alles haben. Ich ging dann erstmal auf den Markt noch Zahnputzzeug für den Abend besorgen. In Gedanken ging ich nochmal alles durch und als Jenny aus der Dusche kam, guckten wir uns an und kamen beide unabhängig voneinander zum Fazit: wir wurden beklaut. Es fehlten auch noch Jennys Unterwäschebeutel, die Sanitärtasche sowie die Taucherbrille und ein paar Kleinigkeiten. Maximal Dinge für $50, also alles halb so wild. Zum ersten Mal haben wir unseren Rucksack auch auf die Gepäckablage über unsere Köpfe gelegt. Da muss es dann passiert sein. Der Dieb war jedenfalls sehr geschickt, so hat er unsere Jacken, die immer ganz oben im Rucksack sind, wieder zurückgepackt, damit es uns erst später auffällt. In Granada unternahmen wir an unserem ersten Tag also erstmal eine kleine Einkaufstour und besorgten die nötigen Dinge. Immerhin griffen wir auch ein super Zimmer ab. Es gab jeden Morgen Frühstück, zwei Optionen und immer mal wieder was anderes. Es gab eine Küche, das Bad und die Zimmer waren sehr sauber. Obendrein gabs noch einen Pass, mit dem wir in einem anderen Hotel den Pool nutzen konnten. Und das ganz für absurde $15. Obwohl in Nicaragua durch die politsche Krise im letzten Jahr der Tourismus stark zurückgegangen ist, war das Hostal stets gut besucht. Abends wurde uns das manchmal sogar etwas zu viel, aber um 23 Uhr war spätestens immer Zapfenstreich. Wir lernten auf jeden Fall einige nette Menschen kennen. Zuerst Corinna und Meike aus Deutschland, mit denen wir die ersten Tage immer mal wieder gekocht haben. Außerdem Uli aus Köln, der schon etwas älter war und auch immer was zu erzählen hatte. Dann die nette Bree, die erste Litauerin, die wir außerhalb von Litauen, jemals getroffen haben. Und leider erst die letzten Tage lernten wir Timo und Kim aus der Schweiz kennen, die wir besonders symphatisch fanden. Granada selbst fanden wir auch etwas hübscher als Leon und weil wir dort fast eine Woche verbrachten, unternahmen wir auch mal wieder was.
Als erstes machten wir eine kleine Bootstour. Granada liegt am Ufer des großen Lago de Nicaragua. Dort gibt es ein Archipel bestehend aus 365 Inselchen und einige davon schauten wir uns an. War ganz nett zu sehen wie die Reichen und Schönen so hausen. Auf einer Insel lebten sogar Affen. Keine Ahnung wie die da hinkamen, aber sie sahen recht zufrieden aus.
Obwohl wir von Vulkanbesteigungen langsam genug hatten, entschieden wir uns doch für die Tour zum nahegelegenen Vulkan Masaya. Dort konnten wir nämlich in den Krater eines aktiven Vulkans hineinschauen und das hatten wir so nun wirklich noch nicht gesehen. Leider war der Lavapegel momentan recht niedrig, aber wir machten die Tour zum Sonnenuntergang und umso dunkler es wurde desto klarer war die Lava zu erkennen. Auf jeden Fall war die Atmosphäre dort oben sehr entspannend. Es waren doch schon einige Leute dort, aber keiner sagte was und wenn dann wurde geflüstert. Ehrfurcht vor Mutter Natur. Auch das Museum am Fuße des Vulkans war recht interessant.
Unser junger Fahrer Gabriel war auch sehr symphatisch. Er konnte sogar richtig gut deutsch sprechen, welches er in seinem FSJ in Bremen gelernt hatte. Interessant war, dass er das kühle Wetter und die deutsche Pünktlichkeit so sehr schätzte während wir die Sonne lieben und denken, dass wir in Europa viel zu hektisch nach Terminkalender leben.
Am vorletzten Tag machten wir dann noch einen Workshop in der Herstellung von Schokolade. Mit $25 pro Nase nicht ganz günstig, aber das Geld muss raus damit Platz für neues gemacht wird. Und gelohnt hat es sich allemal. Wir lernten einiges über den Herstellungsprozess von der Bohne bis zur Tafel und über die Kultur der Kakaopflanze. Die Atzteken zum Beispiel waren richtig krass unterwegs: Kakao war ausschließlich als Opfergabe für die Götter bestimmt. Wer sich an ihr zu schaffen machte wurde geköpft. Am Ende hatten wir natürlich auch noch jeder seine eigene Tafel Schokolade.
Am letzten Tag chillten wir etwas im Pool und schlenderten ein letztes Mal durch die Stadt ehe wir uns tagsdarauf zusammen mit Timo und Kim auf den Weg nach Costa Rica machten.
So machten wir es dann auch, doch dieses mal nahmen wir ein Taxi zum Busbahnhof. Der Taxifahrer war nach vier Tagen Nicaragua der erste wirklich nette Mensch gewesen, den wir hier trafen. Irgendwie haben die Menschen in El Salvador die Messlatte ziemlich hochgelegt was die Freundlichkeit angeht. Hier hatten wir eher das Gefühl nur der Goldesel zu sein. Immerhin klappte alles weitere mit der Busfahrt und nach etwa vier Stunden fanden wir uns in unserer neuen Bleibe in Granada wieder. Als wir unsere Sachen auspackten, fingen wir allerdings an an uns zu zweifeln. Jenny wollte grad duschen gehen, da merkte sie, dass die Hygienetasche weg war. Wenn ich den Rucksack bei der Abfahrt packe, achten wir eigentlich immer darauf, dass wir alles haben. Ich ging dann erstmal auf den Markt noch Zahnputzzeug für den Abend besorgen. In Gedanken ging ich nochmal alles durch und als Jenny aus der Dusche kam, guckten wir uns an und kamen beide unabhängig voneinander zum Fazit: wir wurden beklaut. Es fehlten auch noch Jennys Unterwäschebeutel, die Sanitärtasche sowie die Taucherbrille und ein paar Kleinigkeiten. Maximal Dinge für $50, also alles halb so wild. Zum ersten Mal haben wir unseren Rucksack auch auf die Gepäckablage über unsere Köpfe gelegt. Da muss es dann passiert sein. Der Dieb war jedenfalls sehr geschickt, so hat er unsere Jacken, die immer ganz oben im Rucksack sind, wieder zurückgepackt, damit es uns erst später auffällt. In Granada unternahmen wir an unserem ersten Tag also erstmal eine kleine Einkaufstour und besorgten die nötigen Dinge. Immerhin griffen wir auch ein super Zimmer ab. Es gab jeden Morgen Frühstück, zwei Optionen und immer mal wieder was anderes. Es gab eine Küche, das Bad und die Zimmer waren sehr sauber. Obendrein gabs noch einen Pass, mit dem wir in einem anderen Hotel den Pool nutzen konnten. Und das ganz für absurde $15. Obwohl in Nicaragua durch die politsche Krise im letzten Jahr der Tourismus stark zurückgegangen ist, war das Hostal stets gut besucht. Abends wurde uns das manchmal sogar etwas zu viel, aber um 23 Uhr war spätestens immer Zapfenstreich. Wir lernten auf jeden Fall einige nette Menschen kennen. Zuerst Corinna und Meike aus Deutschland, mit denen wir die ersten Tage immer mal wieder gekocht haben. Außerdem Uli aus Köln, der schon etwas älter war und auch immer was zu erzählen hatte. Dann die nette Bree, die erste Litauerin, die wir außerhalb von Litauen, jemals getroffen haben. Und leider erst die letzten Tage lernten wir Timo und Kim aus der Schweiz kennen, die wir besonders symphatisch fanden. Granada selbst fanden wir auch etwas hübscher als Leon und weil wir dort fast eine Woche verbrachten, unternahmen wir auch mal wieder was.
Als erstes machten wir eine kleine Bootstour. Granada liegt am Ufer des großen Lago de Nicaragua. Dort gibt es ein Archipel bestehend aus 365 Inselchen und einige davon schauten wir uns an. War ganz nett zu sehen wie die Reichen und Schönen so hausen. Auf einer Insel lebten sogar Affen. Keine Ahnung wie die da hinkamen, aber sie sahen recht zufrieden aus.
Obwohl wir von Vulkanbesteigungen langsam genug hatten, entschieden wir uns doch für die Tour zum nahegelegenen Vulkan Masaya. Dort konnten wir nämlich in den Krater eines aktiven Vulkans hineinschauen und das hatten wir so nun wirklich noch nicht gesehen. Leider war der Lavapegel momentan recht niedrig, aber wir machten die Tour zum Sonnenuntergang und umso dunkler es wurde desto klarer war die Lava zu erkennen. Auf jeden Fall war die Atmosphäre dort oben sehr entspannend. Es waren doch schon einige Leute dort, aber keiner sagte was und wenn dann wurde geflüstert. Ehrfurcht vor Mutter Natur. Auch das Museum am Fuße des Vulkans war recht interessant.
Unser junger Fahrer Gabriel war auch sehr symphatisch. Er konnte sogar richtig gut deutsch sprechen, welches er in seinem FSJ in Bremen gelernt hatte. Interessant war, dass er das kühle Wetter und die deutsche Pünktlichkeit so sehr schätzte während wir die Sonne lieben und denken, dass wir in Europa viel zu hektisch nach Terminkalender leben.
Am vorletzten Tag machten wir dann noch einen Workshop in der Herstellung von Schokolade. Mit $25 pro Nase nicht ganz günstig, aber das Geld muss raus damit Platz für neues gemacht wird. Und gelohnt hat es sich allemal. Wir lernten einiges über den Herstellungsprozess von der Bohne bis zur Tafel und über die Kultur der Kakaopflanze. Die Atzteken zum Beispiel waren richtig krass unterwegs: Kakao war ausschließlich als Opfergabe für die Götter bestimmt. Wer sich an ihr zu schaffen machte wurde geköpft. Am Ende hatten wir natürlich auch noch jeder seine eigene Tafel Schokolade.
Am letzten Tag chillten wir etwas im Pool und schlenderten ein letztes Mal durch die Stadt ehe wir uns tagsdarauf zusammen mit Timo und Kim auf den Weg nach Costa Rica machten.
Unterwegs in Leon
die Plaza war ganz nett
die große Kathedrale ist nur eine von vielen Kirchen in Leon
endlich wieder Zuckerrohr!
das Hostel war ganz gemütlich
der Dieb macht sich an unserem Rucksack zu schaffen
(nachgestellte Szene, Anmerkung d. Autors)
Unterwegs in Granadas Archipel
hier lebt die Oberschicht im Urlaub
monkey island
sonderbare Blumen...
...und Vogelnester
Unterwegs in Granada
dabei ist im April erst Mangozeit
Vulkan Masaya
am Kraterrand
die Spanier nannten diesen Vulkan "das Tor zur Hölle"
in der Schokoladenfabrik
relaxen am/im Pool
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