Adios El Salvador!
Diesesmal zog es uns in das verschlafene Fischerdörfchen Los Cobanos an der Westküste von El Salvador. Wir mussten von Juayua aus mehrmals umsteigen und so waren wir nicht wirklich erstaunt die einzigen Gringos zu sein. Es gab zwar noch ein paar andere Urlauber, aber das waren alles Einheimische. Auch die Zimmersuche war nicht so einfach und wir mussten dann in einer $35 Lodge Vorlieb nehmen. Allerdings war das Zimmer nur für eine Nacht frei und wir konnten die Tür nicht abschließen, doch es gab kaum Alternativen. Da es erst früher Nachmittag war, gingen wir sofort etwas essen und machten uns auf zum Strand. Warum wir eigentlich nach Los Cobanos wollten, war um zu schnorcheln. Es gibt dort ein nettes Korallenriff und wir hatten ja Schnorchelzeug mit. Wir trafen auf einen Einheimischen, der grad aus dem Wasser kam und uns einige Stellen zeigte. Er lieh mir dann sogar seine Brille damit wir beide zeitgleich auf Tauchgang gehen konnten. Ich habe keinen Vergleich, aber Jenny meinte, es sei ähnlich wie sie es schon einmal in Ägypten erlebt hat. Ich zählte etwa ein halbes Dutzend verschiedene Fische, die zwischen den Steinen und Korallen umherschwommen. Die gelb-schwarzen waren sogar recht neugierig und es folgten uns kleine Schwärme wo immer wir hinschnorchelten. Im Ort an sich ist tote Hose, man kann absolut gar nichts machen außer am oder im Ozean zu sein. Der Ort war sehr authentisch, denn hier gibts keine Resorts und Massentourismus. Aber es ist auch wirklich krass wie die Menschen hier leben (müssen). Die meisten "Wohnungen" hatten Wände aus Wellblech, der Boden war Strandsand. Kabel hängen kreuz und quer und ich frage mich, ob es fließend Wasser gab. Auch als wir am Abend noch ein paar Pupusas essen gingen: Vorne zwei Tische und der Herd, dahinter eine halbe Trennwand damit man nicht ins Wohnzimmer, das der einzige Raum ist, reingucken kann. Kann man aber trotzdem und so sahen wir nur ein paar Matratzen auf dem Boden und etwas Gerümpel um den laufenden Fernseher herum. Es roch mal wieder stark nach Perspektivlosigkeit und ich bin dankbar dafür, dass ich im Geburtenlotto solch ein gutes Los gezogen habe. Als ich vor fünf Jahren sowas zum ersten Mal in Bolivien gesehen habe, dachte ich noch, dass die Leute sehr rückständig leben. Gemäß dem Motto: eines Tages wird auch hier die "Moderne" einkehren. Es folgten viele weitere Länder und heute weiß ich: diese Länder werden immer so bettelarm bleiben und wir Industrienationen werden den Hals nicht voll genug kriegen und weiter unsere "Ansprüche" ins Unermessliche schrauben. Wachstum heißt das dann bei uns, doch die Schere geht weiter und weiter auseinander. Und das wirklich Fatale daran ist, dass fast unser gesamte Wohlstand auf der Ausbeutung und Unterdrückung solcher Länder aufbaut. Man brauch nur einen Blick nach Afrika werfen. Unter der Erdoberfläche liegen dort die meisten Bodenschätze, oberhalb der Erdoberfläche leben die ärmsten Menschen weltweit. Und die, die dann ein paar Krümel vom Kuchen abbekommen wollen und in eben diese reichen Nationen flüchten, sind nicht willkommen. Aber die Ressourcen und billigen Arbeitskräfte nimmt man mit Kusshand. Das ist natürlich ein sehr komplexes Thema, aber wenn ich so etwas sehe, dann muss ich einfach ein paar Zeilen darüber schreiben.
Nach einem Tag ließen wir Los Cobanos hinter uns und fuhren dorthin, wo alles begann in El Salvador: nach El Tunco. Am ersten Abend freuten wir uns, es gab zum ersten Mal keine Parties und keine Musik. Am zweiten Abend war einer so besoffen, dass er sein Schlüssel in unser Türschloss steckte und ganz verblüfft drein sah, als ich die Tür öffnete. Am nächsten Morgen als ich um 9.30 Uhr Frühstück kochte saß der gleiche Typ schon (oder immer noch) mit einer Flasche Rum im Hostel. Alles wieder beim alten in El Tunco. Wir planten nun unsere Weiterfahrt nach San Miguel im Osten von El Salvador, um demnächst nach Nicaragua zu reisen. Da fragten wir einfach mal auf gut Glück was ein Shuttle von El Tunco nach Leon in Nicaragua kosten würde. Statt der üblichen $35 nur $25, hört, hört. Da ging auf einmal alles ganz schnell. Schon am nächsten Tag nahmen wir die Chance wahr und mit zwei Stunden Verspätung gings dann los. Wir lernten noch zwei Deutsche kennen, die sogar von Antigua aus nach Leon fuhren und zusammen erlebten wir allerlei: schon kurz nach El Tunco versperrte eine eingestürzte Brücke die Weiterfahrt. Später sahen wir noch ein großes Feuer direkt neben der Straße. Die Grenzübergänge waren wie immer ziemlich schäbig. Doch unser Fahrer wusste wo das Gaspedal ist und so kamen wir morgens um kurz nach 1 Uhr in Leon direkt vor unserem Hostel an.
Die Zeit in El Salvador war wirklich sehr schön. Es ist ein völlig unterschätztes Land, dass viele Reisende auslassen. Auch wir wollten anfangs nur eine oder zwei Wochen bleiben. Am Ende wurden es sechs. Es gibt viel zu entdecken und wenn wir bis 3. Februar nicht noch durch ganz Nicaragua müssten, um wenigstens für einen Tag nach Costa Rica auszureisen (wegen dem Visa), wären wir noch länger geblieben. Am tollsten fanden wir die Menschen dort. Mal abgesehen von ihrer stetigen Hilfestellung, wurden wir nahezu täglich einfach so angesprochen und gefragt was uns nach El Savador zieht, wie lange bleiben und was wir schon gesehen haben. Die erste Frage ist meistens ob wir Amerikaner sind (die mit Abstand die meisten der hier wenigen weißen Reisenden ausmachen) und wenn wir antworteten, dass wir aus Deutschland kommen, wurden die Augen immer ganz groß und die Freude strahlte aus dem Gesicht. "Von so weit? Wie spät ist es jetzt in Deutschland?" kommt dann sehr häufig. Eine andere Frage, die auch immer gestellt wird, ist, ob wir Pupusas essen. Auf das Nationalgericht El Salvadors scheint hier wirklich jeder sehr stolz zu sein und wenn wir wahrheitsgetreu antworteten, dass wir sie fast jeden Tag essen, war die Freude noch größer. Auffällig ist auch, dass ausschließlich ausgewanderte El Salvadorianer, die grad hier Urlaub machen und ihre Familien besuchen uns vor ihrem Heimatland warnten. Klar hat das Land seine Probleme, aber es ist nicht gefährlicher als Guatemala oder Mexiko. Es gab mal eins, zwei komische Situationen in San Salvador, aber das hätte sich auch in Cottbus zutragen können und es ist nichts passiert.
Da Guatemala ein Land ist, das wir definitiv nochmal bereisen werden, ist es recht wahrscheinlich auch nochmal einen Abstecher nach El Salvador zu machen. Mal schauen, was wir in Nicaragua erleben werden...
Nach einem Tag ließen wir Los Cobanos hinter uns und fuhren dorthin, wo alles begann in El Salvador: nach El Tunco. Am ersten Abend freuten wir uns, es gab zum ersten Mal keine Parties und keine Musik. Am zweiten Abend war einer so besoffen, dass er sein Schlüssel in unser Türschloss steckte und ganz verblüfft drein sah, als ich die Tür öffnete. Am nächsten Morgen als ich um 9.30 Uhr Frühstück kochte saß der gleiche Typ schon (oder immer noch) mit einer Flasche Rum im Hostel. Alles wieder beim alten in El Tunco. Wir planten nun unsere Weiterfahrt nach San Miguel im Osten von El Salvador, um demnächst nach Nicaragua zu reisen. Da fragten wir einfach mal auf gut Glück was ein Shuttle von El Tunco nach Leon in Nicaragua kosten würde. Statt der üblichen $35 nur $25, hört, hört. Da ging auf einmal alles ganz schnell. Schon am nächsten Tag nahmen wir die Chance wahr und mit zwei Stunden Verspätung gings dann los. Wir lernten noch zwei Deutsche kennen, die sogar von Antigua aus nach Leon fuhren und zusammen erlebten wir allerlei: schon kurz nach El Tunco versperrte eine eingestürzte Brücke die Weiterfahrt. Später sahen wir noch ein großes Feuer direkt neben der Straße. Die Grenzübergänge waren wie immer ziemlich schäbig. Doch unser Fahrer wusste wo das Gaspedal ist und so kamen wir morgens um kurz nach 1 Uhr in Leon direkt vor unserem Hostel an.
Die Zeit in El Salvador war wirklich sehr schön. Es ist ein völlig unterschätztes Land, dass viele Reisende auslassen. Auch wir wollten anfangs nur eine oder zwei Wochen bleiben. Am Ende wurden es sechs. Es gibt viel zu entdecken und wenn wir bis 3. Februar nicht noch durch ganz Nicaragua müssten, um wenigstens für einen Tag nach Costa Rica auszureisen (wegen dem Visa), wären wir noch länger geblieben. Am tollsten fanden wir die Menschen dort. Mal abgesehen von ihrer stetigen Hilfestellung, wurden wir nahezu täglich einfach so angesprochen und gefragt was uns nach El Savador zieht, wie lange bleiben und was wir schon gesehen haben. Die erste Frage ist meistens ob wir Amerikaner sind (die mit Abstand die meisten der hier wenigen weißen Reisenden ausmachen) und wenn wir antworteten, dass wir aus Deutschland kommen, wurden die Augen immer ganz groß und die Freude strahlte aus dem Gesicht. "Von so weit? Wie spät ist es jetzt in Deutschland?" kommt dann sehr häufig. Eine andere Frage, die auch immer gestellt wird, ist, ob wir Pupusas essen. Auf das Nationalgericht El Salvadors scheint hier wirklich jeder sehr stolz zu sein und wenn wir wahrheitsgetreu antworteten, dass wir sie fast jeden Tag essen, war die Freude noch größer. Auffällig ist auch, dass ausschließlich ausgewanderte El Salvadorianer, die grad hier Urlaub machen und ihre Familien besuchen uns vor ihrem Heimatland warnten. Klar hat das Land seine Probleme, aber es ist nicht gefährlicher als Guatemala oder Mexiko. Es gab mal eins, zwei komische Situationen in San Salvador, aber das hätte sich auch in Cottbus zutragen können und es ist nichts passiert.
Da Guatemala ein Land ist, das wir definitiv nochmal bereisen werden, ist es recht wahrscheinlich auch nochmal einen Abstecher nach El Salvador zu machen. Mal schauen, was wir in Nicaragua erleben werden...
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